Bandbiographie von Jenix

Kapitel 1 – Das Kennenlernen

Die Sache mit dem Kennenlernen lässt sich am unkompliziertesten so erklären:

Krosty spielte Trompete in einer Big Band. Leiter dieser Big Band war/ist (wie es der Zufall will) Happy´s Vater.
Daraus folgt: Happy und Krosty lernen sich kennen und haben die glorreiche Idee, eine eigene Band zu gründen.

Beginn der Ideenumsetzung: Krosty lernt Bass, Happy Gitarre. Fürs Erste ein ganz guter Anfang! Aber irgendwas fehlt!? Richtig, Schlagzeug und Gesang! Der Einfachheit halber entwenden die beiden den Schlagzeuger der Big Band. Wieder ein Problem weniger! Und zu guter Letzt habe ich meinen Weg in die Band gefunden. Das Ganze geschah über Freunde von Happy, die wieder rum Freunde kannten, deren Freunde die Freunde meiner Freunde kannten. Telefonnummern ausgetauscht. Kurz telefoniert. Zum kleinen Vorsingen auf einer Parkbank verabredet! Getroffen! Geredet, gesungen und Gitarre gespielt! Alles hat gepasst.

Das Ganze endete schließlich in unserer ersten Probe am 4.Juni 2003 – Stichtag sozusagen!

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Kapitel 2 – das Jahr 2003 – Der Beginn einer langen Geschichte

Da standen wir nun, vier junge Menschen, die sich noch nicht wirklich gut kannten, aber dennoch spürte jeder von uns, dass es da etwas gibt, was uns verbindet. Es war wohl die Liebe zur Musik, die uns zusammen führte und uns auch so schnell nicht wieder losließ!

Die Zeichen standen günstig. Zum einen hatten wir die gleichen Interessen und zum anderen gab es dieses stetig wachsende Band der Freundschaft, das uns bis heute immer wieder auffängt und Kraft gibt. Die Sache mit dem Talent würde sich zeigen, dachten wir. Erst mal Mucke machen und Spaß haben!

Wir begannen zu covern und fanden ganz nebenbei heraus, welche Art von Musik jedem Einzelnen von uns gefällt. Es fiel uns nicht schwer, am Ende auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Coverversionen von den Cranberries, den White Stripes, Jet, den Sportfreunden Stiller, Avril Lavigne, Dover oder Green Day…. wir probierten alles aus, wozu wir Bock hatten. Zugegebener Maßen, viele der Stücke lagen auf einem für uns noch so unerreichbar hohem Niveau, dass man sicher nicht jede unserer Coverversionen als Ohrenschmaus bezeichnen konnte, aber aller Anfang ist schwer.

Auch unser erster Gig bestand ausschließlich aus Coversongs. Die Erinnerungen an diesen Abend werden mit Sicherheit nie die Gedächtniszellen unserer Hirne verlassen, so viel steht fest. Ein volles ( in jeglicher Hinsicht “volles”) Bierfestzelt in dem beschaulichen Örtchen Jonsdorf sollte Ort des Geschehens sein und wir sahen aus, als hätte man uns frisch aus dem Bad-Taste-Fashion e.V. entlassen. Unglaublich! Früher haben wir das natürlich gar nicht so gesehen. Wir fanden uns schick und dachten, unser Konzert war der absolute Knaller ( hierbei liegt die Betonung eindeutig auf “dachten”).

Nach einigen weiteren prägenden Liveauftritten in diesem Jahr gab es kein Zurück mehr. Wir haben Blut geleckt und wollten nur noch eins : die Bühne zu unserem 2. Zuhause machen!

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Kapitel 3 – Das Jahr 2004 – erste eigene Songs und ein wachsender Traum

Es dauerte nicht lange und wir verspürten eine unsagbar große Lust, mal etwas Eigenes zu schreiben!

Ja, ihr wisst schon, so ein richtig erstes eigenes Lied! An Kreativität und Motivation mangelte es uns keineswegs und nur kurze Zeit später war er da – der erste eigene Song! Gut, er war vielleicht nicht der beste, aber er war eben der Erste und somit etwas ganz ganz Besonderes. Wir nannten ihn “Never Stop” und machten diese 2 Worte auch kurzerhand zu unserem Leitmotto!

Alles schien perfekt, der erste Schritt im Songwriting war absolviert und wir hatten sogar ein Bandmotto. Nur eines fehlte noch – der passende Bandname. Bevor wir zu unserem heutigen Namen fanden, gab es zahlreiche Varianten und Variationen, eine dämlicher als die andere. Das Licht am Ende des Tunnels der endlosen Namenssuche bildete dann Jenix. Kurz, pregnant, frisch und neu! Es passte zu uns, fühlte und hörte sich gut an und sah auch noch gut aus. Was will man mehr!? Die Mission „Bandname“ konnte nun also auch erfolgreich abgeschlossen zu den Akten gelegt werden.

Getreu unserem Motto starteten wir dann gemeinsam in das Jahr 2004. Diese 12 Monate sollten uns nicht nur über 20 Gigs und viele tolle neue Erfahrungen bescheren, nein, sie sollten noch viel mehr in sich haben. Im Frühjahr lernten wir zwei Menschen kennen, von denen wir nie geahnt hätten, dass sie uns je so viel bedeuten würden. Die Rede ist von “Kasi” und “Matz”, diese 2 wundervollen Zeitgenossen stolperten einfach so in unser Leben oder wir in ihres? Keine Ahnung! Sagen wir einfach, die einen stoplerten in das Leben des jeweils anderen. Alles begann mit einem Auftritt im “StarClub” in Zittau, irgendwie lernten wir einander näher kennen und verstanden uns aus Anhieb sehr gut. Und wie das so ist, wenn sich Menschen gut verstehen, hat sich daraus eine Freundschaft entwickelt, die letztendlich zur Basis einer beständigen und sehr ergiebigen Zusammenarbeit wurde. Nach und nach übernahmen die beiden die Aufgaben des Managements, sie glaubten an uns und unsere Musik und das tun sie auch heute noch. Wir wurden ein Spitzenteam und langsam begann in uns ein Traum zu wachsen. Der gemeinsame Traum, vielleicht irgendwann einmal ein Leben zu führen, das wir voll und ganz und ohne Kompromisse der Musik widmen können – der größten Leidenschaft, die wir in uns tragen.

Das Texten und Komponieren von eigenen Songs nahm im Laufe des Jahres immer mehr Formen an und brachte auch bald einige Ergebnisse hervor. Dazu ist allerdings zu sagen, dass wir damals sowohl deutsche als auch englische Texte geschrieben haben. Irgendwie konnten wir uns nicht entscheiden und so machten wir einfach beides. Es entstanden Songs wie „Ehrlich gesagt“ , „ Kleines Glück“, „ Our World “ oder „Where are you“, an die sich heute wahrscheinlich nur noch unsere lieben Fan-Urgesteine erinnern können! Ja ja , die guten alten Zeiten!

Am Ende des Jahres konnten wir gemeinsam auf viele unvergessene Konzertabende zurückblicken, angefangen von den schönen Stunden im Jugendclub Dittelsdorf bis hin zu den großen und aufregenden Höhepunkten wie zum Beispiel unserem ersten Silbermondsupports in Panschwitzkuckau, Zittau und Schmochtitz! Unvergessen bleibt auch die Teilnahme an unserem ersten Bandcontest , dem BEAT 2004, bei dem wir mit einem stolzen 2.Platz nach Hause gehen durften!

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Kapitel 4 – das Jahr 2005 – unterwegs

Das Jahr begann für uns zwar mit leichten Kopfschmerzen, aber gleichzeitig auch mit irre viel Energie.

Die Lage war klar und der Plan war geschmiedet. Proben, proben, proben, Konzerte, Konzerte, Konzerte, proben, neue Songs schreiben, Konzerte, proben, Songs schreiben, zwischendurch mal schlafen, arbeiten und zur Schule gehen, essen, trinken!

Der erste Höhepunkt dieses Jahres konnte mit einem weiteren Silbermondsupport im Alten Schlachthof in Dresden ins Logbuch eingetragen werden. Die Halle war voll und wir waren so unglaublich aufgeregt an diesem Abend, dass unsere innere Anspannung ins Unermessliche wuchs. Meistens oder zumindest sehr oft äußert sich diese Aufregung in einer gesteigerten Stoffwechselgeschwindigkeit ( keine weiteren Ausführungen ). Letztendlich ist alles gut gegangen und wir waren überglücklich.

2005 hatte für uns aber noch einiges mehr zu bieten, denn einige Monate später lernten wir ein paar Typen kennen, die einem sowas von gehörig den Arsch auf reißen, wenn sie die Bühne betreten. Die Rede ist von den einzigartigen H-Blockx! Erneut haben wir uns sehr geehrt gefühlt, die Bühne mit solch großartigen Musikern teilen zu dürfen. Das Wetter war zwar echt mies, aber das hat so gut wie keinen interessiert.

Auch das dicke ” B ” wurde im Jahre 2005 erstmalig von Jenix heimgesucht. Um genau zu sein, spielten wir in der “Garage” in Pankow, einem sehr geilen Live-schuppen mit einer grandiosen Kartoffel-Blumenkohl-Suppe.

So schnell wie es begann, neigte sich 2005 auch schon wieder dem Ende entgegen und eh wir uns versahen, war auch schon wieder der 27.12. und auf einer kleinen gemütlichen Bühne in Schmochtitz fand erneut das alljährlich von Silbermond organisierte Benefizkonzert statt. Wir waren auch eingeladen, um die Familie Silbermond im Vorprogramm ein wenig zu unterstützen und sind bis heute dankbar dafür, Teil dieses großartigen Projektes zu sein.

Und was ist sonst noch so passiert? Wir zogen aus unserem Proberaum in Jonsdorf aus und suchten uns ein neues Domizil, wo wir ungestört Krach machen konnten! Die Suche dauerte nicht lang. Ein Raum im Star Club eignete sich hervorragend für unsere Zwecke und so hatten wir ein neues Zuhause. Gut, der Raum hatte zwar kein einziges Fenster, aber das war uns egal, wer braucht schon frischen Sauerstoff zum Proben. Auch unsere Internetpräsenz wurde ausgebaut. Eine eigene Website existierte zwar bereits, aber da ging noch was. Und so fiel im Jahr 2005 der Startschuss in Sachen Forum, denn das erste offzielle Jenix- Forum ging online. Mit Sorgfalt und viel liebe zum Detail bot unser lieber Freund Sebby King allen eine Plattform, die sich näher mit Jenix beschäftigen wollten. Wir waren total überwältigt und äußerst dankbar für dieses Feature.

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Kapitel 5 – 2006 – das Jahr der Bandcontests

Zack! Und schon schreiben wir das Jahr 2006! Krosty hat sich über den Jahreswechsel einen schicken Bart stehen lassen und Happy glänzt weiterhin mit seinem Engelshaar. Die Konzertsaison begann für uns diesmal schon am 14.Januar 2006 mit der Winterrocksession in Görlitz.

Unverhoffter Weise sollten uns die nächsten 365 Tage nicht nur mehr als 40 Konzerte bringen, sondern es sollte auch das Jahr der erfolgreich abgeschlossenen Band-Battles werden. Keiner von uns hätte gedacht, dass wir Ende 2006 auf 4 Erstplatzierungen, 1 Zweitplatzierung und 2 Publikumspreise zurückblicken können. Die Publikumspreise machen uns besonders stolz, denn das Publikum ist des Künstlers Herzschlag.

Ein sehr wichtiger Tag in unserer Bandgeschichte war definitiv der 3. Mai 2006, denn an diesem Tag spielten wir gleich 2 Konzerte, einmal beim Campus- Open Air bei uns in Zittau und am späteren Abend dann in Mittweida bei dem Bandcontest “Sachsen Rockt!”. Wir kamen in Mittweida an und es war alles total stressig, die Zeit drängte und die Party war schon in vollem Gange, wie das in Mittweida eben so üblich ist. Uns war klar, dass es eine CD-Produktion zu gewinnen gibt, aber wir haben uns keinerlei Chancen ausgerechnet. Als dann später die Worte “…der erste Preis geht an…” und der Name „Jenix“ zusammen in einem Satz erwähnt wurden, konnten wir unser Glück kaum fassen. Unsere erste CD-Produktion! Gewonnen! Wir waren so baff! Der Preis wurde im Oktober eingelöst . Eine ganze Woche verbrachten wir im Studio, gemeinsam mit Chris, einem jungen, eher stillen Kollegen, der sein Handwerk sehr gut verstand. Es waren wunderschöne und vor allem sehr lehrreiche Tage. Ein Dank an dieser Stelle an Chris, Prof. Hösel und alle, die das dort möglich gemacht haben.

Ein weiteres Highlight in diesem Jahr war für uns die Teilnahme am “Jump-Blitzstart”!! Der Auftritt vor so vielen Menschen hat uns damals extrem geflasht, aber noch viel geiler war, dass wir den Publikumspreis mit nach Hause nehmen durften. Und es war nicht irgendein Preis, nein, bei dem Preis handelte es sich um einen Gig beim legendären “Highfield- Festival”. Wenn wir gekonnt hätten, dann hätten wir uns am liebsten vor Freude in den Arsch gebissen. Wahnsinn!

Und so wurden nicht nur der 3.Mai ( Sachsen Rockt!) und der 5. Mai ( Jump-Blitzstart) für uns zu unvergesslichen Tagen, nein, auch der 19.08.2006 (Highfield06) ging mit extremst hohen Sternstundenpotential in unsere Geschichte ein. Es war der blanke Oberhammer, diese Riesenbühne, diese Riesenstars und überhaupt – alles riesig!

Und noch ein Grund zum Anstoßen stand auf dem Plan- 3 Jahre Jenix! Unseren Bandgeburtstag feierten wir vom 3. auf den 4. Juni 2006 in der wunderschönen Schweiz, genauer in der Grabenhalle in St.Gallen.

Das war auch gleichzeitig unser erster richtiger Auslandsauftritt, für den wir sehr dankbar sind. Die Rückfahrt von dort glich einer einzigen Fressorgie, denn wir wurden mit den besten selbstgemachten Wurstschnitten, die die Welt je gesehen hat, verköstigt!

Zurück zum Wesentlichen! Im Oktober nahmen wir schließlich am BEAT06 teil und bekamen den wohl ausgefallensten Pokal unserer Bandgeschichte. Wir freuen uns heute noch jedes Mal aufs Neue, wenn wir uns dieses Ding anschauen, und fragen uns stets, wer das gebaut hat und wie derjenige bloß auf diese Idee gekommen ist.

Auch die letzten 2 Monate des Jahres 2006 gingen für uns sehr ereignisreich zu Ende. Angefangen beim Silbermond-support in der Stadthalle Chemnitz am 30.Nov, unserer ersten kleinen Co-moderation bei der Radiosendung “Jump-Download”, die am Leipziger Hauptbahnhof stattfand, bis hin zu dem inzwischen traditionell gewordenen Benefizkonzert in Schmochtitz am 27.12. (teilgenommen haben übrigens wieder die üblichen Verdächtigen) ! Man kann also sagen, dass wir mit einer Reihe von Höhepunkten das Jahr 2006 verlassen haben, worüber wir sehr glücklich sind, denn wir hätten nie damit gerechnet , dass uns in diesen 12 Monaten so viele Glücksmomente beschert werden.

Um mal kurz zu erläutern, was neben der ganzen Musik noch so passiert ist : Jan ist inzwischen 20 Jahre alt, Happy 21, Krosty ebenfalls und ich endlich 18. Ansonsten…sind wir seit dem 1.Nov. auch bei Myspace präsent. Ach ja, Krosty hat sein Mutternest verlassen und wohnt nun mit Kollege Happy in einer WG – na Prost Mahlzeit!

Congratulations, die erste Hälfte ist geschafft!

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Kapitel 6 – 2007- von bösen Jungs, fernen Ländern und anderen Unglaublichkeiten

Für solch tapfere, hartgesottene und fleißige Leser geht’s jetzt auch schon weiter, und zwar mit Überschallgeschwindigkeit in die 8760 Stunden des Jahres 2007.

Unseren ersten Auftritt in diesem Jahr werden wir mit 100%iger Sicherheit nie vergessen, denn es war der Tag des Sturmes! Für alle, die kein meteorologisches Gedächtnis besitzen: An diesem Tag fegte der Orkan ” Kyrill” mit teilweise bis zu 225 km/h über Europa hinweg und brachte ein einziges Chaos mit sich. 34 Menschen starben und der Orkan hinterließ eine Spur der Verwüstung. Nun saßen wir zu Hause und wussten nicht recht, was wir denn nun tun sollten. Zum Gig- oder nicht?

Wir sind gefahren! Auf dem Weg bot sich uns ein Bild des Grauens. Und doch! Trotz dieses furchtbaren Ereignisses kamen über 700 Stundenten in die Aula am Scheffelberg in Zwickau, um gemeinsam mit uns das Geschehene für eine Weile hinter sich zu lassen und zu feiern! Ein Dank an all die tapferen Menschen!

Fast einen Monat später spielten wir dann unser erstes Forumkonzert. Ein Konzert, das ausschließlich für die User unseres Forums gedacht ist. Es war einfach wundervoll! Dieses Konzert ist in der Bandgeschichte deshalb so erwähnenswert, weil wir dort endlich mal all denen richtig danken konnten, die uns so oft schon begleitet haben, die an uns glauben und uns immer so tatkräftig unterstützen! Es waren 3 wirklich wunderschöne Stunden. Drei geile von den 8760!

Auch der März sollte für uns einige Überraschungen bereit halten. Wir belegten den 2.Platz beim Becks Bandbattle und waren damit um einen 1500 Euro Musikgutschein und eine schicke Trophäe reicher, die allerdings nicht mit der des BEATS06 mithalten konnte. Ach und das Beste war, dass es neben dem eigentlichen Bandbattle noch ein Internetvoting gab, bei dem unter allen ausgewählten Bands (12 an der Zahl) 60 Kästen Becks vergeben wurden, das hieß also : Je mehr Stimmen, desto mehr Bier im Keller! Und da unsere Fans die besten Voter aller Zeiten sind und alles um sich herum mobil gemacht haben, brachten wir es am Ende auf sage und schreibe über 46 000 Stimmen, was umgerechnet 26 Kästen Becks bedeutete. Harrrrr harrrrrrrr, das war echt der Hammer, ein Dank an alle fleißigen Helfer!

Nur einen Monat später sollte uns das nächste unglaubliche Ding passieren. Es war der 13.April und JENIX machten sich zum ersten Mal in ihrer Bandgeschichte auf den Weg in eine Stadt, in der sie noch nie zuvor waren und etwas erleben sollten, was ihnen so noch nie zuvor passiert ist.

Es war ja schon der Knaller, dass wir im Vorfeld beim Coca-Cola-Soundwave-Discovery-Tour-Internetvoting ( was für ein Wort) mit unserem Song “No way out” unter den ersten 6 gelandet sind und somit die Chance bekamen, bei einem Contest mit 2 anderen Bands, um einen Gig beim Southside Festival zu kämpfen. Es war die erste Veranstaltung dieser Coca Cola Tour und sie sollte in Stuttgart stattfinden. Wir also hin, wie immer, ohne uns großartig Hoffnung zu machen. Wir wussten, dass es ein Publikumsentscheid werden würde und es war einfach zu weit weg von zu Hause, um viele Fans mitzubringen. So waren wir also völlig auf uns allein gestellt, uns aber immer der gedanklichen Unterstützung unserer Leute zu Hause bewusst. Das hat echt geholfen! Als wir dann als letzte der 3 Bands auf die Bühne kamen, waren wir uns sehr unschlüssig darüber, wie die Stuttgarter uns annehmen würden, so völlig fremd. Und was wir dann erlebten, war für uns einfach unfassbar. Das Publikum war völlig aus dem Häuschen und wir wurden mit einer Offenherzig empfangen, die ihres gleichen sucht. Wir hatten nur 20 Min., um die prallgefüllte Halle zu überzeugen. Als dann die Siegerehrung begann, saßen wir einfach nur da und haben uns ohne einen Ton zu sagen angeschaut. Keiner wusste, was passiert. Der Entscheid wurde mit einem Applausometer getroffen, das die Stärke und Dauer des Applauses gemessen hat. Unglaubliche 26 Sekunden lang klatschte das Publikum mit vollem Eifer für uns in die Hände und wir saßen immer noch da und schauten uns an, nur diesmal hatte jeder von uns eine Art Fassunglosigkeit im Gesicht stehen. Als wir Sekunden später realisiert haben, was da unten grade eben passiert ist, sprangen wir auf und nahmen uns in die Arme. Was für ein Erlebnis. Wir danken Stuttgart bis heute aus tiefstem Herzen für diese wunderbare Erfahrung.

An diesem Abend hat keiner von uns geahnt, was das Ganze noch mit sich bringt. Ein Auftritt beim Southside Festival und ein schicker Pokal, das wussten wir, aber dass wir schon einen Monat später im Flieger nach Griechenland sitzen würden, mit dem Ziel in Thessaloniki einen Gig bei der griechischen Coca Cola Soundwave Tour zu spielen, damit hätte nun wirklich keiner von uns gerechnet. Dieser Trip nach Griechenland war für uns ein solch prägendes Erlebnis, das glaubt ihr gar nicht. Schon allein deswegen, weil Jan und Krosty voher noch nie geflogen sind! Die Griechen sind ein so wunderbares Partyvolk. Sie waren so herzlich und freundlich. Einfach nur der Wahnsinn! Unser Auftritt hat ihnen sogar so gut gefallen, dass wir eine Zugabe spielen durften. Ey, stellt euch das mal vor!!! Vier kleine Zittauer stehen in Griechenland auf einer Bühne, vor ihnen ein Haufen partywütiger Griechen, die nach dem Konzert sogar noch eine Zugabe wollten! Unglaublich!

Wie oft habe ich eigentlich schon die Worte unglaublich, Wahnsinn, Hammer oder Knaller benutzt? Ich glaub ganz schön oft !

Und ich muss es schon wieder tun, denn was uns auf der Hinreise nach Griechenland auf dem Berliner Flughafen passierte, war mindestens genauso Wahnsinn wie alles andere. Man glaubt es kaum, aber wir standen am Check-in-Schalter und beobachteten eine Mitarbeiterin des Flughafens, die mit ihren Nerven am Ende des Universums angekommen zu seien schien, weil ihr hypermoderner Computer aller 5 Min abschmierte. Zu allem Unheil ( für sie, nicht für uns) kam dann auch noch eine Gruppe von Menschen an, bei deren Anblick wir zunächst unseren Augen nicht trauten. Da spazierte doch tatsächlich, so mir-nichts-dir-nichts, die Bloodhound Gang durch die Flughafenhalle und steuerte direkt auf den Check-in-Schalter zu, an dem wir uns die Beine in den Bauch standen. Und als wäre das Ganze nicht schon verrückt genug, saßen wir am Ende auch alle noch im gleichen Flieger. Natürlich nutzten wir sofort die Gunst der Stunde und drückten ihnen kurzerhand eine unserer Bewerbungsmappen in die Hände. Es lohnt sich einfach die Dinger immer und überall mitzuschleppen. Wir haben uns davon nicht viel erhofft, da die Bloodhound Gang ja schon eine, um es galant zu sagen, etwas „andere“ Richtung von Musik/ Show macht, aber wir dachten, was soll’s! Now or never! Zwei Wochen später klingelte unser Telefon. Was bei diesem Gespräch raus kam, war fern aller Erwartungen! Ein Support-Gig für die Bloodhound Gang!

Diese Nachricht ließ unsere Kinnladen gleich mal eine ganze Etage tiefer rutschen.

Stichtag war der 25.Juli, Lindau am Bodensee der Ort des Geschehens, aber bevor wir diese Station in Angriff nahmen, stand erstmal ein weiterer Höhepunkt auf dem Plan! Das Hurricane Festival! Warum Hurricane, fragen sich sicher einige! Leider ist durch ein Unwetter das Coke Tent auf dem Southside Festival so stark beschädigt worden, dass es nicht mehr wieder aufgebaut werden konnte. Damit ist auch unser Gig ins Wasser gefallen. Glücklicher Weise bekamen wir einen Ersatzslot beim Hurricane! Wow! Auch das wurde für uns zu einem unvergesslichen Erlebnis!

Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass wir seit dem Frühjahr 2007 ein neuen Bus haben?…… Nein? Na dann wird es aber höchste Zeit, denn dieser doch schon sehr alte weiße Mercedes-Bus war einer unserer Glückstreffer schlechthin. Wir waren so stolz auf dieses Gefährt, denn dafür haben wir hart lange und hart gearbeitet, dementsprechend gut wird er auch behandelt !

Am 25. Juli war es dann endlich soweit. Der Bloodhound Gang Support stand ins Haus. Lindau, das bedeutete über 8 Stunden Fahrt, aber das sollte kein Thema sein. Und auf Reisen erlebt man ja sowieso die verrücktesten Dinge.

Wir wussten nicht, was auf uns zu kommt, wir wussten nur, dass der Laden brechend voll sein wird. Nach unseren 30 Minuten Spielzeit stand eins fest: Die Lindauer sind der Burner! Was da los war! Und das, obwohl das Beste ja noch vor ihnen lag.

Nachdem dann auch die dritte Vorband fertig war, hieß es Bühne frei für die berühmt berüchtigte Bloodhound Gang! In den nächsten anderthalb Stunden sollten wir Dinge zu Gesicht bekommen, die man eigentlich gar nicht sehen will! Jeder, der die Bloodhound Gang kennt, weiß, wofür diese Typen so bekannt sind, und da meine ich nicht nur ihre Vorliebe für Jägermeister! Nur soviel: Das Motto des Abends hätte sein können: Je ekliger und je perverser, desto besser! Ja ja, da haben die vier Poprocker von JENIX nicht schlecht geguckt!

Nicht schlecht geguckt haben wir auch, als bei uns die Nachricht ins Haus flatterte, dass wir noch zwei weitere Male als Support für die Bloodhound Gang spielen dürfen.

Rostock und Nürnberg sollten es sein und wir waren sehr glücklich, zumal wir ja noch nie zuvor in diesen beiden Städten zu Gast waren. Beide Tourtermine sollten einschneidende Erlebnisse für uns werden, besonders für Jan und mich. Jan hatte die bis heute nicht nachzuvollziehende Idee, dem „Panzer“ Evil Jared die Kippe aus dem Mund zu stibitzen. Der Gute fand das allerdings gar nicht lustig. Was Jan nicht wusste, war, dass Evil Jared ein großer Fan der Kung-Fu Kunst ist und zahlreiche Griffe und Kampftechniken beherrscht. Und so trug es sich zu, dass „Mücke“ Jan von „T-Rex“ E.J. einfach mal kurzerhand kungfurisiert wurde und anschließend für zehn Sekunden bewusstlos am Boden lag. Während ich nach einem Notarzt flehte, amüsierte sich der Rest (ausschließlich Männer) prächtig über das Szenario. Letztendlich ging alles gut und wir konnten auf einen gelungenen und schönen Abend zurückblicken, ok, bis auf die Tatsache das Happys Bloodhoung Gang Tasche zum Abschied mit einer ordentlichen Portion Kotze à la „T-Rex“ E.J. gefüllt wurde. Hey, für alle, die jetzt was Falsches denken, die Jungs sind echt in Ordnung, die meinen das nicht böse oder so!

Der Abend in Nürnberg gestaltete sich ähnlich, nur nicht so schlimm. Diesmal gab es lediglich einen Kurs im Rückwärtsessen à la Jenny und zwar aufgrund einer hinterhältigen Verführung zu Spirituosen durch die Bluthunde. Keine weiteren Ausführungen.

Im Großen und Ganzen waren es drei wirklich wundervolle und prägende Abende mit großartigem Publikum und geilem Sound. Wir sind den Jungs von der Bloodhound Gang bis heute zu tiefstem Dank verpflichtet für diese geile Zeit.

Doch das Jahr ist noch lange nicht zu Ende! Am 3.Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, fand in Berlin das große Coca Cola Soundwave Discovery Tour Finale statt mit Acts wie den Sportis, Fanta 4, Silbermond, Ich und Ich und auch allen Coca Cola Soundwave Discovery Tour Teilnehmer Bands. Unser Slot war für Vormittag geplant und wir waren morgens um 5 völlig fertig mit den Nerven, die Aufregung lief uns schon zu dem Ohren raus, ehe wir überhaupt in Berlin ankamen. Als wir dann auf dieser bombastisch großen Bühne standen und in unzählige strahlende Augenpaare schauten, waren wir einfach nur geflasht und glücklich. Die Erinnerungen an diesen Tag bereiten uns bis heute Gänsehaut!

Gegen Ende des Jahres, im Dezember 2007, wurde uns dann schließlich noch eine weitere große Ehre zu Teil. Wir durften mit einer Band auf Tour gehen, die wir persönlich gerne als lebende Legenden bezeichnen. Es waren keine Geringeren als die großartigen H-Blockx. Mein Gott, war das fett! Wir begleiteten sie nach Wien und Graz und machten anschließend Bochum und Kempten unsicher. Damals ahnten wir noch nicht, dass einer von ihnen noch eine große und bedeutende Rolle in unserem Leben als Band spielen wird, aber dazu später.

Das Jahr endete schließlich traditionell in den ehrwürdigen Hallen des Bischof- Benno- Hauses in Schmochtitz. Die vier Silbermonde haben uns eingeladen, um sie erneut bei ihrem alljährlichen Benefizkonzert tatkräftig zu unterstützen. Wir waren natürlich sofort am Start und ließen gemeinsam mit den vielen netten Menschen, die sich dort für einen guten Zweck zusammen gefunden haben, das Jahr ausklingen.

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Kapitel 7 2008 – von Feuer und dem Spiel des Lebens

10. Januar, Berlin, Sage Club, ein rauschendes Fest mit den Jungs von Harthof, so begann das Jahr 2008. Nach einem eher kurzen Winterschlaf waren wir wieder „on the road“ und unser Weg führte uns in eine legendäre Stadt – München. Brezen, Weißwurscht und a lustges Mitanand am Abend des 31.01.2008 in der Registratur. Es nannte sich „Hörprobe“ und war ein Showcase für Newcomer, was so viel heißt wie, es sind einige wichtige Leute aus der Plattenindustrie vor Ort, die dir am Ende sagen, was sie von dir halten. Nur ist es egal, ob sie dich super toll oder mies finden, denn in beiden Fällen wird man im Nachhinein nichts mehr oder nur wenig von ihnen hören. Dennoch, es war ein so wunderschöner Abend fern der Heimat und viele unserer Fans pilgerten extrem weite Strecken, um gemeinsam mit uns und den anderen Acts zu feiern.

Einmal in München, haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, dem originalen Münchner Hofbräuhaus einen kleinen Besuch abzustatten, und so saßen wir am 01.02.2008 morgens 9.30 Uhr als erste Gäste in diesem Wahnsinnsgebäude und haben es uns so richtig gut gehen lassen, mit allem was in Bayern eben so dazu gehört.

Ungefähr 3 Wochen später luden wir zu unserem 2. Forumkonzert. Es war ein tolles Wiedersehen und wir trauten unseren Augen nicht, als auf einmal ein 2-Quadratmeter großes „DANKE“ bestehend aus Teelichtern auf uns zu marschierte. So etwas bleibt einfach unvergessen. Auch die After-Show-Party hatte es in sich und wir spürten, dass dieses Event Potential zur Tradition hat.

Man kann sagen, das Jahr begann perfekt, wir spielten viele Konzerte, alles war gut, bis zu dem einen Tag, an dem sich für uns schlagartig alles verändern sollte. Wenn ich mich recht entsinne, war es der 18.April, als unser geliebter Bus auf dem Weg zu Tankstelle Feuer fing. Die Flammen haben mit solch einer Wucht zugeschlagen, dass die weitere Nutzung des Fahrzeugs erstmal ausgeschlossen war. Zum Glück war der Bus zu dem Zeitpunkt weder beladen noch voll besetzt. Wäre das der Fall gewesen, hätte das fürs Erste unser Ende bedeutet. Wir waren auf dieses Gefährt so stark angewiesen wie eine Pflanze auf ihr lebenswichtiges Wasser. Unsere Technik ist im Laufe der Jahre ja auch nicht gerade weniger geworden. Für die nächste Zeit hieß es also quetschen, pressen, Luft anhalten und auf den Millimeter genau arbeiten, um uns und all unser Equipment in 2 mittelgroße PKW zu pferchen. Da sag ich nur eins: Es geht alles, es geht höchstens schlecht!

Es war keine leichte Zeit! Noch hinzu kam, dass uns nah zu alle Chancen und Perspektiven zur baldigen Aufnahme eines so langersehnten Albums zwischen den Fingern zerronnen wie Sand. Wir waren ratlos und irgendwie müde. Wenn du einen Traum hast, du kurz davor stehst ihn zu verwirklichen, dir aber im letzten Moment all deine Hoffnung genommen wird und du am Ende nicht weißt, wie es weiter gehen soll, dann fühlst du dich einfach nur schwach.

Doch Zeiten wie diese gehören zum Leben dazu. Wir mussten lernen mit Enttäuschungen umzugehen, die Selbstzweifel begraben und einfach wieder neue Kraft schöpfen. Das taten wir auch. Wir steckten all unsere Gefühle und Gedanken in unsere Musik. Dies war die Geburtstunde unseres Songs „Here we go again“. Man wird zu Boden geworfen, um wieder aufzustehen. Nie hätten wir gedacht, dass sich aus einem Song so viel neuer Mut und Energie entwickeln kann. Einfach unglaublich. Bis heute schenkt uns dieses Lied Hoffnung und Kraft.

Im Mai wendete sich das Blatt des Schicksals für kurze Zeit. Wir nahmen an einem großartigen Projekt namens „Ideensounds“ teil. Das ganze fand im Zuge der Messe „Ideenpark 2008 – Zukunft Technik entdecken“ in Stuttgart statt. Der Bereich „Ideensounds“ beschäftigte sich ausschließlich mit dem Thema Musik und Technik. Hochkarätige Musiker übernahmen dabei die Patenschaft für junge Nachwuchskünstler. Ziel war es, dass Paten und Patenkinder gemeinsam einen Song entwickeln und diesen dann professionell im Studio aufnehmen. Paten waren unter anderem die Söhne Mannheims, ATB oder auch Silbermond. Ihr dürft nun raten, wessen Patenkind wir waren. „That kinda guy“ sollte unser gemeinsamer Beitrag zum Projekt werden, wir nahmen das Teil auf und spielten ihn schließlich zusammen mit den Monden bei der großen Abschlussveranstaltung. Das war echt ne feine Sache. Ach ja, wir haben im Laufe der Tage sogar den Erfinder der MP3 kennen gelernt – Professor Karlheinz Brandenburg.

Den gesamten Sommer verbrachten wir auf unzähligen Festivals. Eines davon ist für uns bereits seit 2006 Tradition – das Benefizfestival Wormlage. Hauptinitiator Stefan Böhnisch stellt jedes Jahr mit viel Engagement, Liebe zum Detail und einem großartigen Team im Rücken ein Festival auf die Beine, das sich gewaschen hat. Auch 2008 versammelten sich wieder unzählige junge Menschen, um gemeinsam mit Künstlern wie Jennifer Rostock, Clueso oder Paulsrekorder für einen guten Zweck zu rocken. Alle Acts verzichteten auf ihre Gagen. Der Erlös der Veranstaltung kam wie jedes Jahr der Kinderkrebshilfe zu Gute. Wir sind stolz darauf, dass wir stets unseren Teil dazu beitragen durften/dürfen. Wenn man mit Musik Gutes bewirken kann, dann sollte man das auch tun. Bis heute organisiert Stefan Benefizkonzerte und setzt sich für krebskranke Kinder ein. Das verdient ein großes Lob!

Im Oktober gastierten wir erstmalig auf der YOU – Europas größter Jugendmesse. Es war für uns der erste Gig, der parallel live ins Internet übertrage wurde. Schon faszinierend, diese rasante technische Entwicklung.

Dennoch halten wir es nach wie vor für besser, seinen Hintern von der Couch zu erheben und das Konzert echt und vor Ort mitzuerleben. Wenn sich in Zukunft alle Konzerte nur noch im Internet angeschaut werden, werden wir alle nur noch dicker, fauler, unsportlicher und am Ende sogar menschenscheu. Jenix und viele andere Bands würden vereinsamen, um Essen betteln und den ganzen Kummer im Alkohol ertränken. Und das muss ja nun wirklich nicht sein J!

Der Oktober endete für uns in Cottbus im Weltspiegel, denn da fand die Premiere des Films „Mitfahrgelegenheit“ statt, zu dem wir unseren Song „Are you ready“ als Titelsoundtrack beisteuern durften. Unsere lieben Freunde von der Medienhochschule Mittweida haben mit dem Film ganze Arbeit geleistet und wir waren stolz wie Oskar. Doch das Jahr war noch lang nicht zu Ende.

Am 6. Dezember wurde uns zum zweiten Mal in diesem Jahr wortwörtlich Feuer unterm Hintern gemacht. Gemeinsam mit Laith Al-Deen, Stanfour und Begbie spielten wir bei VR Stararena in Braunschweig. Es war nicht nur eine riesige Veranstaltungen mit Tausenden von Besuchern, nein, es war für uns der erste Gig mit Pyro Technik. Das könnt ihr euch ungefähr so vorstellen: Jenix steht auf der Bühne, spielt und plötzlich kommen gefühlte 1000 Grad heiße Feuerbälle aus dem Boden geschossen. Halleluja! Heiß, aber verdammt geil!

Ansonsten gingen die Wintermonate eher ruhiger zu. Wir tauschten die schweren E- Geschütze gegen unser Akustik- Set und gingen auf Unplugged Weihnachtstour. Wir machten Station in all den Clubs, die uns bis heute schon seit Jahren die Treue halten. Ob im Club 013 in Zwickau, im Studentenclub Mittweida, im Kaffeegarten Bergen oder im heimischen Star Club, überall schenkten wir literweise Glühwein aus und versuchten die Körpertemperatur unserer Gäste auf 40 Grad hochzuprügeln, leider ohne gewünschten Erfolg. Die Stimmung war Bombe und wir genossen die intime Atmosphäre. Es war ein bisschen so, als würde man daheim im eigenen Wohnzimmer sitzen.

Jahresabschluss bildete? Na was? Richtig, das für uns inzwischen schon 5. Benefizkonzert in Schmochtitz gemeinsam mit Silbermond.

Rückblickend auf 2008 stellten wir fest, dass es ein Jahr voller Höhen und Tiefen war. Der Traum von unserem 1.Album lag zunächst wieder in weiter Ferne, die Reparatur unseres Busses kostete uns ein Vermögen und unsere Zukunft war ungewiss. Wir wussten genau, dass wir es im nächsten Jahr nicht schaffen würden, uns über lange Zeit hinweg finanziell über Wasser zu halten, also suchten sich einige von uns noch einen 2. Nebenjob, damit wir unser Leben weiterhin Musik widmen konnten.

Doch es gab ja auch positive Dinge- die ganzen Konzerte, die vielen schönen Momente, die Reisen!

Auch songwritingmäßig kamen wir gut voran. Es entstanden Songs wie „Breaking“, „Covergirl“ , „Here we go again“ und viele mehr. All die beschissenen Dinge, die uns in diesem Jahr widerfahren sind, hatten genauso einen Sinn wie alles Gute, das wir erleben durften. Denn mal ehrlich, wie soll man das Schweben im siebenten Himmel angemessen schätzen, wenn man nicht mindestens einmal so richtig durch den Dreck am Boden gekrochen ist.

Im Laufe unserer Bandgeschichte gab es viele Momente, in denen wir spüren mussten, dass nicht immer alles schön sein kann. Wir wurden in unserer Vergangenheit ausgebuht, mit Bierflaschen beworfen, mit einem Meer von Mittelfingern begrüßt, gedisst, gemobbt, belogen, beschissen und hinters Licht geführt. Ja, ich habe sogar die Schule gewechselt, in der Hoffnung dort Frieden zu finden. Die ganze Bandbreite duften wir schon über uns ergehen lassen. Das ist nun alles auch schon ganz paar Jahre her und diese Ereignisse finden hier und jetzt auch nur deshalb eine kurze Erwähnung, weil sie es einfach nicht Wert sind, großartig ins Licht gestellt zu werden. Fakt ist, diese Dinge gab es, sie gehören zum Leben dazu und sie haben im Nachhinein auch einen Sinn – sie dienen einzig und allein nur dazu, dich stärker zu machen. Nicht mehr und nicht weniger.

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Kapitel 8 – 2009 – Ein Mann, ein Hund und blanke Busen

Halten wir kurz fest, in der Vergangenheit waren wir bereits zu Gast auf einer Messe für Musik in Friedrichshafen (2007), auf einer Messe rund um das Thema Technik in Stuttgart (2008) und auf einer Jugendmesse in Berlin (2008). Das ist schon allerhand. Die Messe, auf der wir aber Anfang 2009 zu Gast waren, hatte es in sich. Die Rede ist von der „Grünen Woche“, dort dreht sich jedes Jahr im Januar alles um internationale Ernährungswirtschaft und Landwirtschaft. Machen wir es kurz: Es geht ums Essen! Diese Messe war ganz nach unserem Geschmack. Speisen und Getränke aus aller Herren Länder konnte man dort zu Hauf in sich hineinstopfen. Für alle die dort mal hin wollen, ein kleiner Tipp: Am besten man hungert drei Tage im Voraus, damit am Ende auch ordentlich viel rein geht. Wir waren allerdings nicht zum Essen da, sondern zum Mucke machen. Jedes Bundesland Deutschlands hat dort jedes Jahr die Möglichkeit, sich von seiner besten kulinarischen Seite zu zeigen. Auch Sachsen war am Start und unser Part war es, die Oberlausitz und ihre kulturelle Vielfalt zu präsentieren. Mit dabei waren auch noch andere Künstler aus dem Bereich Tanz oder Kabarett. Stellt es euch einfach so vor, wir spielten ein kleines Unplugged Programm, während sich die Gäste vor uns an den Tischen mit Schweinshaxen, Fischsemmeln und Eiscreme vollstopften oder sich mit Bier, Prosecco oder anderem Prickelwasser die Kante geben. Die Stimmung war der Hammer und wir haben die Zeit dort sehr genossen.

Im März spielten wir dann unser erstes kleines Radiokonzert live bei der Sendung „Fritz Unsigned“. Für uns war das ein eher komisches Gefühl. Jedes Mal wenn wir mit einem Song fertig waren, herrschte eine Totenstille, völlig ungewohnt und gleichzeitig doch eine völlig neue und interessante Erfahrung. Man hatte irgendwie das Gefühl, es total verkackt zu haben, weil keiner klatschte oder sonst irgendetwas zu hören war, bis Christoph Schrag, der überaus sympathische Moderator der Sendung, wieder das Wort ergriff.

Das Feedback im Nachhinein war überaus positiv, so dass wir uns nicht länger den Kopf über unsere Performance zerbrechen mussten.

Das Jahr begann fürs Erste also ohne großartige Zwischenfälle und Komplikationen. Gott sei Dank! Doch es sollte sich schon bald einiges ändern, aber diesmal zum Positiven. Im Kapitel 6 erwähnte ich bereits, dass ein Mitglied der H-Blockx im Leben von Jenix noch eine sehr große und wichtige Rolle spielen sollte.

Die Rede ist von Stefan Hinz, den meisten auch als Gudze bekannt. Gudze erklärte sich bereit dazu, gemeinsam mit uns unser 1.Album auszunehmen. Zunächst wollten und konnten wir es gar nicht glauben, da wir in der Vergangenheit zu oft leeren Versprechungen zum Opfer gefallen sind. Wieso sollte dies auf einmal keine leere Versprechung sein? Er meinte zu uns, er würde sogar von Münster nach Zittau kommen, alles, was er bräuchte, wäre ein Schlafplatz für sich und Feldmann, seinem über alles geliebten, zuckersüßen und treuherzigen Vierbeiner.

Das konnte doch alles nicht wahr sein! Wir vereinbarten zunächst einen Termin, den 1.April 2009 – ein sehr verheißungsvoller Tag. Wir sagten uns ständig: Das glauben wir erst, wenn er aus Fleisch und Blut vor uns steht. Und dann stand er da! Wir waren so unfassbar glücklich und es gab keinen Zweifel mehr, wir waren uns so sicher, dieser Mann glaubt an uns, obwohl wir uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich gut kannten. Neben Silbermond, unserem Management, unseren Familien, Freunden und all unseren treuen Fans – Menschen, die von Anfang an fest an uns glaubten, gab es nun noch einen, der dies tat: Gudze!

Und so begann unsere Zusammenarbeit. 14 Tage blieb er bei uns in Zittau. Von früh bis spät arbeiteten die vier Jungs in unserem fensterlosen Proberaum, fast hätten sie das Essen vergessen, wenn es da nicht noch ein weibliches Wesen gegeben hätte, dass sie regelmäßig daran erinnerte, auch mal Pause zu machen. Damit die Vier nicht vom Fleisch fielen sorgte der Rest unserer Crew für das leibliche Wohl. Mal kochte ich Kartoffelsuppe, mal gab es selbstgemachte Burger a la Matz. Nach zwei Wochen unermüdlichen Arbeitens hatten wir dann alles instrumentale im Kasten. Es war eine so schöne Zeit und wir spürten, dass alles nach und nach Form annahm und wir uns unserem Traum Stück für Stück näherten. Und eins steht fest, ohne den unglaublich großen Arbeitseifer und diese unerschöpfliche kreative Ader von „Master Gudz“ wäre das nie möglich gewesen.

Da wir für die Gesangsaufnahmen in unserem Proberaum nicht die notwendigen technischen Voraussetzungen hatten, hieß es für mich ab nach Münster. Einen ganzen Monat verbrachte ich in dieser wunderbaren Stadt. Obdach fand ich bei Familie Gudze. Ich sang vorerst unser komplettes Album ein. Ganz nebenbei hatte ich auch zum ersten Mal in meinem Leben so richtig fettes Heimweh. Ich vermisste meine Familie, die Jungs, ihre blöden Kommentare und den Alltag mit ihnen. Ja und auch Zittau habe ich vermisst. Alles in allem war es eine tolle Zeit, in der ich nicht nur viel über mich selbst, sondern auch viel über die Arbeit im Studio gelernt habe.

Nach fast acht Wochen waren fast alle Aufnahmen fertig. Wir sind Gudze auf Ewig dankbar für diese wertvolle gemeinsame Zeit. Nun mussten wir schauen, wann und wie wir das Ganze am besten veröffentlichen. Leichter gesagt als getan, denn damals ahnten wir noch nicht, was für ein langer und komplizierter Weg noch vor uns lag, aber dazu später mehr.

Ende Mai begann für uns erst mal die Open Air Saison 2009 in Bautzen. Wir waren so aufgeregt, denn wir wussten nicht, wie unsere Fans die neuen Versionen unserer Songs annehmen würden. Im Laufe einer Albumproduktion verändert sich ja das ein oder andere Lied, logisch, denn man will ja einfach das Beste aus jedem Track herausholen. Während unserer Studiozeit entdeckten wir viele neue Facetten an uns, wir begannen elektronische Elemente mit unserem Pop-Rock-Sound zu verbinden und wollten dies natürlich auch in unsere Liveversionen mit einfließen lassen. Zu unserer Beruhigung nahmen unsere Fans die teilweise neue Soundästhetik unserer Lieder sehr gut an, worüber wir sehr glücklich waren, denn es hätte ja auch anders laufen können.

Im Juni stand uns nach der Albumproduktion im April/ Mai ein weiteres zukunftsweisendes Ereignis bevor. Wir unterschrieben unseren Verlagsvertrag. Somit war ein weiterer Grundstein auf dem Weg zu unserer Platte gelegt und die Mission „Album“ konnte weitergehen.

Der gesamte Sommer war vollgestopft mit Konzerten, wir machten einen Abstecher nach NRW, um genau zu sein, spielten wir beim sagenumwobenen „Getöse in Möse“ – Festival 2009, was man mindestens einmal im Leben mitgemacht haben sollte. Des Weiteren besuchten wir zum 2. Mal in unserer Bandgeschichte die wunderschöne Stadt Rostock, denn es wurde zur sogenannten Campusexplosion geladen. Nun denkt jeder normale Mensch „Campusexplosion“ schon allein das blanke Wort klingt laut. Nix war mit laut, ne ne ne, denn der Veranstalter erhielt durch das allseits beliebte Ordnungsamt die Vorschrift, den Lärmpegel unter 95 Dezibel zu halten, was ungefähr der Lautstärke eines mittellauten Hundefurzes entspricht. Wer einen Hund hat, weiß, wovon ich spreche. Na ja, wir taten unser Bestes, die Leute hatten trotzdem ihren Spaß. Das ist ja letztendlich das, worauf es ankommt, und so nahmen wir die Lautstärkebegrenzung, die für uns die reinste Folter bedeutete, gern in Kauf und auch der Veranstalter war zufrieden. So ist das eben manchmal.

Anfang Juli teilte man uns mit, dass wir bei der erstmalig stattfindenden JUMP COMMUNITY PARTY 2009 spielen sollen. Wir fielen aus allen Wolken, denn zu dem Event, das in Ferropolis, der legendären Stadt aus Eisen, stattfinden sollte, wurden zwischen 8000 und 10000 Leute erwartet. Noch dazu sollten wir am 2. Festivaltag zwischen 20 und 21 Uhr spielen, was für uns so viel heißt wie „Primetime“. Einen besseren Slot hätte man als Newcomer ohne Plattenvertrag echt nicht bekommen können. Wir konnten es kaum glauben. Am Abend des 25. Juli 2009 standen wir dann schließlich vor über 8000 Menschen, die alle nur eins wollten: Feiern! Wir haben alles gegeben und verließen nach 45 Minuten Spielzeit guten Gewissens und vollgepumpt mit Adrenalin die Bühne! Sie haben bekommen, was sie wollten!

Aber was exzessives Feiern wirklich bedeutet, erfuhren wir bald am eigenen Leib. Es war der 9. August, der Zielort war Valec in der Tschechischen Republik und das Festival trug den Namen „Povalec“! Soweit – so gut! Besonders für die Jungs sollte diese Reise ein einschneidendes Konzerterlebnis werden. Wir waren die einzige Band aus Deutschland und fühlten uns allein schon deshalb sehr geehrt. Voller Dankbarkeit quetschten wir uns bei Ankunft die wenigen extra mühselig erlernten Vokabeln heraus, den Rest der Zeit verständigten wir uns Englisch oder mit wilden Gesten. Das Konzert lief erste Sahne und wir stellten mit Freuden fest, dass sogar in unserem schönen Nachbarland unsere Musik gut ankam. Ein weiteres Mal zeigte sich also ganz deutlich, dass die Entscheidung, unsere Texte in Englisch zu schreiben, die richtige war, denn sonst wären solche Konzert wahrscheinlich nie oder nur schwer möglich gewesen. Zudem herrschte eine äußerst exzessive und ausgelassene Partystimmung, man kann eigentlich sagen, dass die tschechische Partymentalität eine komplett andere ist, als die bei uns daheim. Das merkten auch die Jungs, denn noch nie zuvor wurde ihnen ein blanker Busen vom Publikum aus entgegen gereckt. Nach dem Konzert gab es mehrere Angebote zur „freien Liebe“, ja und ich gebe hier und jetzt offen zu, dass ich innerlich gekocht habe wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Ich war sowas von eifersüchtig und ich wusste noch nicht einmal warum. Eins muss jedoch klar und deutlich gesagt werden. Sie sind den Angeboten NICHT nachgegangen, denn sie sind durch und durch treue Seelen, dafür stehe ich mit meinem Namen.

Und so blieb es ein unvergesslich schöner und doch etwas anderer Konzertabend. Vom Becherovka und seinen heimtückischen Nebenwirkungen erzählen wir vielleicht ein andermal.

Nun aber zu einem weiteren wichtigen Ereignis- dem Forumkonzert 2009! Wir suchten uns einen Tag aus, an dem so viele Forummitglieder wie möglich Zeit hatten, um uns in Zittau zu besuchen. Inzwischen war unsere Fangemeinde wieder um einiges angewachsen. Die Wahl fiel auf den 31.Oktober – Halloween! Dieser Zufall veranlasste uns kurzerhand dazu, das gesamte Konzert auch unter dem Motto Halloween laufen zu lassen. Es wurde zu einem der wohl ausgefallensten und kuriosesten Jenix – Konzerte seit Beginn unserer Geschichte. Ein einmaliges Erlebnis, dass es so schnell und in einer derartigen Ausgefallenheit nicht wieder geben wird.

Den Rest des Jahres verbrachten wir wie immer auf Tour, so wie es sich gehört. Wir besuchten viele der Städte, die uns in den letzten Jahren sehr ans Herz gewachsen sind und machten auch neues Terrain unsicher. Und wie sollte es anders sein, am 27. 12 fand wieder einmal das traditionelle Benefizkonzert von Silbermond und „Fans Helfen“ statt. Wir waren auch wieder mit von der Partie und erneut begeistert davon, wie viel Geld durch „Fans Helfen“ und Silbermond zusammen gekommen ist. Einfach nur Respekt! Natürlich schrieben wir das ganze Jahr über weiter fleißig an neuem Material.

So entstanden zum Beispiel Songs wie „Castle in the air“, „In your arms“ oder „Catch fire“.

Wie es mit den bereits recordeten Songs weitergehen sollte, war noch gänzlich unklar. Nun hatten wir zwar einen Verlag und ein fast fertiges Album, aber der Wandel innerhalb der Musikbranche machte das ganze Unterfangen enorm schwierig. Es war einfach kein Platz für Newcomer und es gab keine passenden Perspektiven und Möglichkeiten unser Album an den Start zu bringen. Es sollte ja schließlich mehr als nur ein Merchandiseartikel sein und wir haben uns immer gesagt, wenn wir ein Album rausbringen, dann richtig, denn es gibt nur ein 1. Album!

Mit der Hoffnung, dass wir irgendwann einen Weg finden werden, um unseren Traum ohne Hindernisse endlich in Erfüllung gehen lassen zu können, beendeten wir das Jahr 2009.

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Kapitel 9 – 2010 – von Tapetenwechseln, großen Momenten und der dunklen Seite des Schicksals

Here we go again, sagten wir uns zu Beginn des Jahres 2010, noch nicht im Geringsten ahnend, was in den nächsten 12 Monaten alles auf uns zu kommen würde.

Fest stand zu aller erst, dass wir dringend einen Tapetenwechsel nötig hatten, denn unser fensterloser Proberaum erwies sich, wie sollte es auch anders kommen, als Wallfahrtsort für alle möglichen Arten von Schimmel. Uns blieb nichts anderes übrig, als unsere 7 Sachen zu packen und umzuziehen. Wir entschlossen uns dazu, einen Raum in der 1. Etage des Star Clubs zu mieten und diesen zum neuen zukünftigen Dreh- und Angelpunkt unseres Bandlebens zu machen. Aus der Dunkelheit ans Licht!

Für manche mag das vielleicht komisch klingen, aber Tageslicht im Proberaum war für uns lange Zeit ein unbekannter Luxus.

Der Umzug brachte natürlich enorm viel Arbeit mit sich. Eine komplette Renovierung stand ins Haus. Kein Problem für meine Jungs und ihre handwerklich überaus begabten Freunde Fred, Björn und Leo. Das ganze Szenario glich schon fast einer dieser „Mein neues Zuhause“ – Sendungen, wo aus Bruchbuden Schlösser gezimmert werden. Wahnsinn! Leider mussten gewisse Maßnahmen zum Lärmschutz vorgenommen werden, denn dieser Raum war um Galaxien hellhöriger als der alte. Um alle umliegenden Anwohner und unser Leben zu schonen, wurde eine Schlagzeugkammer gebaut, damit Jan auch in Zukunft ohne Rücksicht auf Verluste alles kurz und klein schlagen konnte.

Während der Zeit der Renovierung beschlossen wir, alles was so geschieht, mit dem Camcorder festzuhalten und später in Form einer kurzen Doku ins Internet zu stellen. Die Jenix – Podcasts waren geboren. So konnten nun stets alle verfolgen, was mit uns und um uns geschieht.

Wir richteten uns den Proberaum so ein, dass wir neue Songideen jederzeit und sofort mit dem Rechner aufnehmen konnten. Im Podcast Nr. 1 kann sich jeder selbst ein Bild davon machen.

Unsere Konzertsaison begann in diesem Jahr unter anderem wieder mit einem Gig bei der Grünen Woche 2010 in Berlin und was das bedeutet, brauche ich ja nun nicht noch einmal zu erzählen.

Als freudiges Ereignis ging auch der Tag in die Jenix – Geschichte ein, an dem wir erfuhren, dass wir Teil des Förderprogramms der Volkswagen Soundfoundation sein würden. Das bedeutete für uns nicht nur die Teilnahme an einem Workshopwochenende mit vielen hochkarätigen Dozenten, sondern auch, dass wir für die Zeit unserer Tour einen nagelneuen VW T5 zur Verfügung gestellt bekommen würden.

Das Workshopwochenende fand am 13. und 14. Februar statt und wir haben in so kurzer Zeit so unglaublich viel gelernt, dass wir heute noch davon zähren. Thorsten Heinze war einer der Dozenten und arbeitete mit den Künstlern im Bereich Performance und Ausstrahlung. Er war nicht nur ein langjähriger Freund von Michael Jackson und verbrachte viele Jahre seines Lebens bei ihm auf der Neverland Ranch, sondern er war auch Hauptchoreograph bei seiner „History“ Tour. Thorsten Heinze kennen zu lernen, war für uns eine sehr krasse und intensive Erfahrung.

Für den Bereich Songwriting war Michelle Leonard zuständig, eine sehr erfolgreiche und international bekannte Songwriterin. Sie gab uns wertvolle Tipps und wir empfanden sie als eine große Inspiration für unsere zukünftige Arbeit.

Zusätzlich lernten wir an diesem Wochenende auch noch zahlreiche neue Musiker aus den unterschiedlichsten Musikgenres kennen – von Hip Hop, über Soul bis hin zu Metal mit orientalischen Einflüssen war einfach alles vertreten. Ja, ihr habt richtig gehört. Und während die Bands alles an Wissen aufsaugten, was sie nur kriegen konnten, umsorgte uns das gesamte Soundfoundation Team auf eine ja fast großmütterliche Art und Weise. So sehr es manche Musiker auch versuchten, man konnte sich einfach nicht unwohl fühlen.

Geil war auch mit anzusehen wie alle Bands mit ihren T5 Bussen abgefahren sind, eine Art Flotte, die im Namen der Musik in den nächsten Monaten die Republik unsicher machen würde.

Im Februar konnten wir uns dann schon ansatzweise ausmalen, welchen Kilometerstand unser T5 am Ende des Jahres 2010 haben würde, denn es stand der wohl größte und auch schönste Sommer vor der Tür, den wir bis dato je haben sollten. Wir erfuhren, dass wir Silbermond auf fast all ihren Sommertourterminen als Supportact zur Seite stehen durften. Das war für uns wie ein Schlag ins Gesicht, aber im durch und durch positiven Sinne, denn schon allein die Vorstellungen von der Größe dieser Tour ließ es uns eiskalt den Rücken runterlaufen.

Doch zunächst einmal sollte noch eine wichtige Neuerungen im Hause Jenix Einzug halten.

Seit vielen Jahren schon zierte bis zu diesem Zeitpunkt eine im Schachbrettstil gehaltene, schon etwas leicht veraltete Homepage das World Wide Web. Die Sache war glasklar, da musste etwas Neues her.

Glücklicher Weise standen wir in Kontakt mit einem jungen, sehr begabten Homepagebastler namens Chris, der uns im April kurzerhand ein schickes, neues Webgewand zauberte, das sich gewaschen hat. Dort konnten jetzt nicht nur alle Podcasts eingefügt werden, sondern es bestand auch eine direkte Verbindung zur Homepage von unserem talentierten Fotohomie Sebby King, der uns, dankenswerter Weise, nun schon seit einer gefühlten Ewigkeit immer und immer wieder mit seinen affengeilen Konzertbildern versorgt. Auch facebook wurde in die neue Seite mit eingebaut und so waren wir nun auch ruckzuck up to date, was socialnetworking anging.

Im Mai war es dann so weit, die Silbermond Tour begann. Die erste Station war Graz und wir hatten verdammt weiche Knie. Tja, das mit dem Lampenfieber wird sich wohl nie ändern. Und seien wir doch mal ehrlich, wenn man auf einmal vor 4000 Menschen steht, ist es doch das normalste der Welt, einen Adrenalinschock zu erleiden und eine leichte bis starke Magenverrenkung zu verspüren.

Schon in Graz wurde uns gesagt, dass es sich während der gesamten Tour, je nach Größe und Kapazität der Location, stets um Besucherzahlen zwischen 4000 und 13. 000 Menschen handeln wird. Das mussten wir erst einmal realisieren. Fest stand jedoch ein: Der Sommer würde geil werden. Und das wurde er auch. Hell yeah und wie geil!

Natürlich hatten wir über die gesamten Monate hinweg stets unsere Kamera mit am Start, um alle Impressionen einzufangen und alles festzuhalten, was wir so erlebten. Diese unglaublichen Massen an Filmmaterial haben wir dann nach und nach zu Podcasts verarbeitet, um alle, die nicht mit dabei sein konnten, auf dem Laufenden zu halten.

Neben den Supportgigs für Silbermond waren wir auch noch zusätzlich on the road, nämlich im Zuge der JUMP Europatour. Diese Europatour hatte zum Ziel, Schülern an Schulen in ganz Mitteldeutschland die Europäische Union ein wenig näher zu bringen, was eigentlich dahintersteckt und wie sie funktioniert. Wir waren begeistert von diesem Konzept und als wir gefragt wurden, ob wir nicht gern Teil dieses Projektes sein würden, sagten wir sofort zu. An einigen Tagen im Mai hieß es dann also für uns, 6 Uhr aufstehen, 7 Uhr Abfahrt, zwischen 9 und 10 Uhr ankommen, ein kleines Unpluggedkonzert für die Kids geben und dann nach ausgedehnten Diskussions –und Fragerunden wieder ab nach Hause. Das war zwar anstrengend, aber wir waren gerne dabei.

Den kompletten Sommer über waren wir unterwegs und spielten am Ende dieser ereignisreichen Monate vor zusammengerechnet mehr als 120.000 Menschen. Unfassbar!

Ab Mitte Juli hatten wir dann auch Snippet CD’s im Gepäck, die wir nach unserem Auftritt den Leuten für einen symbolischen Euro in die Finger drückten. Die Teile waren so schnell weg, so schnell konnten wir gar nicht schauen.

Alles lief prima, wir waren glücklich, denn wir konnten unterwegs sein und Mucke machen.

Und wie immer, wenn das Leben gerade einmal perfekt zu seien scheint, kommt der große Hammer und schlägt mit voller Wucht zu, so dass du dir nur noch von ganzem Herzen wünscht, das alles sei nur ein schlechter Traum. Es war der 7. August 2010, als über unsere Heimatstadt und alle umliegenden Dörfer nach tagelangen Regenfällen die Flut hereinbrach. Hochwasser war bei uns Zuhause im Dreiländereck eigentlich nichts Ungewöhnliches, aber diesmal nahm es solch verheerende Ausmaße an wie schon seit Jahrhunderten nicht mehr. Unzählige Menschen verloren all ihr Hab und Gut und standen von heut auf morgen vor dem Nichts, einige wenige verloren sogar ihr Leben.

Wir konnten einfach nicht glauben, was sich da gerade bei uns Zuhause abspielte und das aller Schlimmste für uns war, dass wir rein gar nichts tun konnten, denn wir befanden uns zu dem Zeitpunkt in Travemünde, um dort einen Gig bei Europas größtem VW New Beetle Treffen zu spielen. Nur schwer konnten wir uns auf unser Konzert konzentrieren, wir waren verwirrt und unruhig. Wir wollten eigentlich nur, so schnell wie es geht, nach Hause. Nach dem Konzert haben wir uns dann auch sofort auf den Heimweg gemacht, wir kamen allerdings erst mitten in der Nacht an und so mussten wir den nächsten Morgen abwarten, um zu sehen wie hoch der Schaden ist. Am nächsten Tag sahen wir dann das Ausmaß der Katastrophe. Einige unserer Angehörigen haben alles verloren, innerhalb weniger Stunden.

Das Gebäude, in dem sich unser Büro befand, stand über Nacht schulterhoch im Wasser. Die gesamte Einrichtung samt all unseren Unterlagen war futsch.

Das warf uns in unserer Arbeit zum Album natürlich meilenweit zurück und versetzte uns in eine Art Ohmacht, denn die nächsten Wochen waren alle nur damit beschäftigt, sämtliche Schäden zu beseitigen.

Und so wurde uns erneut ein dicker Stein in den Weg gelegt und das in einer solch wichtigen Phase unserer Karriere. Gott sei Dank gab es so viele fleißige und engagierte Helfer, denen wir auf Ewig zu Dank verpflichtet sind.

Doch das Leben ging weiter und nicht nur das, auch die Tour ging weiter. Wir sagten uns wieder einmal „Here we go again“.

Der für uns erfolgreich abgeschlossenen Supporttour im Sommer folgte dann schließlich unsere aller erste eigene Clubtour. Wir waren überwältigt davon, wie viele Menschen ihren Weg zu uns fanden. Nach dem Schicksalsschlag im August war das für uns ein Zeichen der Hoffnung und wir waren bereit, wieder alles zu geben. Das taten wir auch.

Bis in den Dezember hinein tourten wir weiter quer durch Deutschland und beendeten die Konzertsaison 2010 mit unserem letzten öffentlichen Gig in unserer Heimatstadt Zittau am 11.12.2010! Zu Gast war neben der Band „Silent Control“ auch der großartige und bezaubernde Singer/Songwriter Tom Lüneburger, der sich dazu bereit erklärte, gemeinsam mit uns einen seiner schönsten Songs live auf der Bühne zu performen – Picture! ! Gleichzeitig war dieser Gig auch unser 4. Forumkonzert, dem traditionsgemäß auch eine rauschende After-Show-Party, ausschließlich nur für Forummitglieder, folgte. Die Stimmung war der absolute Knaller und wir freuten uns wie Bolle, all die alten bekannten Gesichter wiederzusehen. Für uns war dieser Abend ein rund um gelungener Abschluss des Jahres 2010.

Doch bevor hier Schluss ist, noch kurz einiges zu den Dingen, die neben dem ganzen Tourleben so abgelaufen sind. Es ist nämlich verdammt erwähnenswert, dass wir uns im Oktober noch einmal ins Studio begeben haben, um 4 weitere Songs fürs Album auszunehmen. Zwei ganze Wochen verbrachten wir 4 gemeinsam im schönen Münsterland, aber nicht in irgendeinem Hostel oder irgendeinem Hotel, nein, unsere Abende und Nächte schlugen wir uns auf einem wunderschönen Bauernhof um die Ohren. Es war einfach traumhaft. Wir lernten, wie man Kühe melkt, Kälber füttert und Trecker fährt. Nachdem unsere tägliche Studioarbeit hinter uns lag, spielten wir abends Brettspiele, tranken Bier und Wein, kochten gemeinsam und ließen es uns einfach gut gehen. Die Untieds, denen dieses schicke Anwesen gehört, sind keine normale Familie. Es sind 7 Menschen, die uns mit solch offenen Armen aufgenommen haben, wie wir es so noch nie zuvor erlebt haben. Ohne zu wissen, dass der jeweils andere bis dato überhaupt existiert, traf die Rockband Jenix an einem kühlen Oktoberabend erstmals auf Familie Untied. Zwei Welten prallten aufeinander, aber genau das machte die ganze Sache erst so interessant. Die Untieds zeigten uns, wie das Leben auf dem Lande so abläuft, sie luden uns zum Frühstück ein und Oma Untied wusch sogar unsere Wäsche. An einem gemeinsamen Abend am Kamin spielten wir ihnen zum Dank noch ein paar Lieder. Es war eine ganz wundervolle Zeit, die wir natürlich auch von vorn bis hinten auf Video festgehalten haben. Am Tag unserer Abreise rief uns Oma Untied noch hinterher: „ Wenn Engel reisen, lacht der Himmel“!

Unser Weg führte uns aus dem schönen Münsterland direkt nach Berlin. Noch mit einem Rest Stroh im Haar standen wir am frühen Nachmittag des 26.10.2010 umgeben von all Geschäftspartnern und einem Notar in einem Konferenzraum in Berlin, um gemeinsam mit ihnen unser eigenes Plattenlabel zu gründen. JNX- Records sollte es heißen und zum Ziel haben, das langersehnte 1. Jenix Album endlich zu veröffentlichen und das mit einem hohen Maß an professionellem Knowhow und möglichst ergiebiger Nachhaltigkeit. Der Weg war frei. Das Allerwichtigste für uns war, dass die Menschen, mit denen wir zusammmenarbeiten, fest an uns und die Sache glaubten und mit all ihrer Energie am Start waren, die sie uns geben konnten. Wir waren und sind bis heute unglaublich dankbar und überwältigt für den Glauben und das Vertrauen, das uns mit der Gründung von JNX- Records entgegengebracht wurde. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein wahnsinnig bedeutender Schritt für uns.

Die nächsten Monate hieß es, und heißt es immer noch, arbeiten, arbeiten, arbeiten.

Nun sind es nur noch wenige Monate bis zur Veröffentlichung unseres 1. Albums, das den Namen „Kill the silence „ tragen wird. Kaum zu glauben!

Wir blicken auf unsere Geschichte zurück und sind geschockt, von dem was sich da so alles angesammelt hat. Wer viel erlebt, hat viel zu erzählen. 300 Konzerte, weit mehr als hunderttausend gefahrene Kilometer, großartige Bekanntschaften und die daraus entstandenen Freundschaften, Reisen in ferne Länder, viele Höhepunkte und auch einige dunklere Kapitel, wir haben gemeinsam gelacht und geweint und kämpften stets für unsere bis heute ungebrochene Leidenschaft zur Musik.

Alles, was uns seit 2003 so widerfahren ist, sei es gut oder sei schlecht gewesen, tragen wir in unseren Herzen. Wir danken allen, die diese Zeit so unvergesslich gemacht haben, und hoffen, dass ihr auch für die nächsten Jahre an unserer Seite steht und uns treu bleibt, damit noch viele weitere Kapitel folgen. Wir werden alles tun, um euch nicht zu enttäuschen. Ihr seid unser Herzschlag und wollen niemals von uns behaupten, wir hätten nicht alles getan, um ihn am Leben zu erhalten.

So far….to be continued!

Viele liebe Grüße,
Jenny, Happy, Krosty & Jan

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